Hartz IV und andere Möglichkeiten Teil 2

Hartz IV und andere Möglichkeiten

Eine wahre Geschichte aus dem 3. viertel meines Lebens   Teil 2

Die Webseite

Es ging aber nur schleppend weiter. War es zu früh für die Vergrößerung? Ich bekam keine Kontinuität in unsere Aufträge hinein. Aber was war es, das fehlte?

 

Da war doch noch etwas, etwas an das ich nicht gedacht hatte. Die Webseite!

 

Hatte ich doch jahrelang für andere entworfen. Ein Freundschaftsdienst in der Regel. Für uns, bin ich erst zu diesem Zeitpunkt darauf gekommen.

 

Es ging los …

 

Ich suchte mir einen Anbieter, eine Domain. Den Firmenname hatte ich ja.

 

(Wie eine Webseite oder auch ein Online-Shop erstellt wird, den Weg dahin, könnt Ihr hier https://www.onlineshop-erstellen.org/plattform-shop-site/ nachlesen.)

 

Also saß ich abends, nach getaner Arbeit, vor dem PC und entwarf eine Webseite, diesmal für uns. Ich baute eine Struktur mit Kategorien auf, schrieb Texte und fügte Fotos unserer Arbeit ein. Nach einer gewissen Zeit wuchs diese Webseite mit Berichten und Fotos. Hatten wir doch Referenzen vorzuweisen, die ich in ganzen Fotostrecken, Diashows mit Textbeschreibungen in die Webseite einfügte. Die Suchmaschinen Optimierung wurde von mir sehr kritisch durchgeführt, denn sie ist der wichtigste Part bei einer Webseite.

SEO Optimierung

Es dauerte kein ganzes Jahr und wir bekamen zu 80% der Aufträge durch unsere Webseite. Nicht nur aus unserer Umgebung, sondern aus ganz Deutschland. Ich hatte bis dahin nicht glauben wollen, dass es so viele Auftraggeber gibt, die einen Kooperationspartner in Nordrhein-Westfalen suchen, aber es gibt sie. Sie müssen dich nur kennen und im Internet finden, dass andere geht dann von selbst.

 

Dass die Auftraggeber unsere Webseite im Internet gefunden haben, verdanke ich der Suchmaschinen Optimierung, dem SEO Consulting, das ich an unserer Webseite vorgenommen habe. Nicht außer Acht zu lassen ist auch Google. Von vielen nur als Suchmaschine gesehen, betrachte ich Google, wenn man denn den Empfehlungen folgt und die richtigen Einstellungen vornimmt, als passabler Partner im Internet. Google bietet viele Möglichkeiten, man muss sie nur nutzen.

 

Andere Suchmaschinen sollte man allerdings nicht links liegen lassen, diese sind auch wichtig. Ich rate an, bei allen Suchmaschinen Eure Webseite anzumelden.

Fachpersonal

Es ging also voran, mit unserem Betrieb. Wir suchten weiter Fachpersonal, da unsere Entwicklung Fahrt aufgenommen hatte. Dies stellte sich als schwierig heraus, denn Fachpersonal ist tatsächlich dünn gesät in Deutschland.

 

Auch zu Bewerbern könnte ich Bände schreiben, aber ich möchte hier nur ein Beispiel erwähnen.

 

Eines Tages rief mich ein Bewerber an, er gab vor, er hätte den Beruf eines Galabauers und könne alle Arbeiten ausführen und sei durch Zufall arbeitssuchend geworden. Ich vereinbarte mit dem gelernten Galabauer einen Vorstellungstermin. Zum Vorstellungstermin, er war aus Gelsenkirchen, hat auch mit der Stadt ohne Namen zu tun, kam lediglich ein Anruf von diesem Bewerber, dass er keine Ampel mit Überweg über die Bundesstraße 224 fand und somit nicht kommen könnte. Ich stellte mir vor, jeden Morgen das Problem zu haben, das er den Weg nicht findet, da habe ich den Termin abgesagt. Für viele Menschen gibt es eben Grenzen.

 

Jetzt hatten wir viele Aufträge, aber kein Fachpersonal. Wir starteten eine Jobbörse auf unserer Internetseite, meldeten freie Jobs der Arbeitsagentur und setzten Anzeigen in die Zeitung. Dann löste sich vorerst auch dieses Problem wieder.

WAWI

Bis dahin schrieben wir unsere Rechnungen mit einer der bekannten Office Anwendungen. Doch das wurde uns langsam zu aufwendig.

 

Auch einen Warenfluss, Waren Ein- und Ausgang hatten wir zu dokumentieren. Wir machten uns also Gedanken zu einem Warenwirtschaftsprogramm. Dies sollte Rechnungseingang und Ausgang beinhalten, Artikel-, Warenerfassung nach Artikelnummern, einen Kundendatenstamm anlegen, vorbereitende Buchhaltung für den Steuerberater mit DATEV Anbindung. Aber was war sonst noch wichtig? Ich hatte mich erkundigt und wusste, dass ein WAWI Programm einiges an Kosten aufwirft. Also doch noch überlegen und abwarten? Wir entschieden uns fürs abwarten.

 

Also ging es zeitaufwendig, ohne WAWI weiter.

Kundenaufkommen

Je mehr Aufträge wir bekamen, je mehr neue Kunden kamen hinzu. Aber es ist sehr wichtig, die einmal gewonnenen Kunden zu halten. Kunden beauftragen einen Unternehmer nur erneut, wenn sie zufrieden waren. Doch gibt es immer zufriedene Kunden? Nein, die gibt es nicht.

 

 

Da gibt es den Kunden, der den Mitarbeiter beauftragt die Wiese zu mähen, ohne dass man ihn darauf aufmerksam macht, dass unter dem 50 cm hohen Gras eine Steckdose verbaut ist.

 

Den, der einen Zaun rechts um die Ecke haben will und meint hinterher, er hätte es von der anderen Seite gesehen.

 

Oder den, bei dem man feststellt, dass der Wasserabfluss nicht gewährleistet ist und eine Drainage gesetzt werden muss. Ihm den Preis dafür sagt, er die Ausführung dazu beauftragt und hinterher noch verhandeln will.

 

Oder die, mit denen man vor Gericht ziehen muss, weil sie gar nicht bezahlen wollen.

 

 

Wenn man im Jahr zu 95% zufriedene Kunden hat, ist dies ein sehr gutes Ergebnis. Rechnen wir dann 5% Verlust durch unzufriedene Kunden, ist das wieder schlecht für den Umsatz. Diese Kunden gibt es in jeder Schicht der Gesellschaft und hat nichts mit Zielgruppe zu tun, eher mit 5% Kosten.

 

 

Mmmh, Kosten. Steuerberater, Finanzamt, IHK, HWK, Berufsgenossenschaft, Winterkasse, Betriebshaftpflicht, KFZ-Versicherungen und einiges mehr. Bei diesen Begriffen habe ich immer das Gefühl, ich sei auf dem Rummelplatz oder in der fünften Jahreszeit. Alle ärgern Dich zu einer bestimmten Zeit.

 

Um ein wenig auf die Kostenseite einzugehen, möchte ich darauf aufmerksam machen, doch bitte daran zu denken das ein Mensch, der ein selbstständiges Gewerbe ausübt, viele Töpfe füllen muss, bevor er etwas verdient. So versucht vorher abzuklären, wer hinterher bei Euch abbuchen will. Denn es sind immer die laufenden Kosten, die einen verzweifeln lassen.

 

Im Handwerk sind verschiedene Einrichtungen, wie die Handwerkskammer, wichtig. Diese unterstützt mit wichtigen Informationen. Seid Ihr nicht in die Handwerksrolle eingetragen, möchtet aber ein zulassungsfreies Gewerk ausüben, benötigt Ihr eine Handwerkskarte. Nehmt Kontakt zur HWK auf, die Mitarbeiter beraten und sind kompetent.

 

Die Berufsgenossenschaft ist Pflicht und die Winterkasse brauchst Du im Handwerk, damit Du Dein Personal im Winter nicht entlassen musst.

 

In einem anderen Blog werde ich bei gegebener Zeit, darüber einen ausführlichen Artikel verfassen.

Die Idee im Winter

Der Winter ist für die „draußen Firmen“ die „saure Gurkenzeit“ und hat uns schon an den Rand der Verzweiflung gebracht. In den Anfängen unseres Betriebes brauchten wir noch nicht in die  Winterkasse einzahlen und haben das, was wir in der Saison Frühjahr bis Herbst verdienten, in unser Personal investiert. Eine gewisse soziale Einstellung ist bei Unternehmern leider fehl am Platz, aber wir kannten ja Hartz 4, also auch hier Augen zu und durch.

 

 

Der Winter war es auch, der uns, auf andere Ideen gebracht hat. Wir standen Anfang Dezember, ich meine es war das Jahr 2010, und bitter kalt, an einer Ampel schräg gegenüber einem Marktplatz. Dort verkaufte ein Berufskollege Weihnachtsbäume und war sicherlich am frieren. Da meine Frau und ich keine Kälte mögen, kam mir die Idee Weihnachtsbäume zu verkaufen. Nicht was Sie schon wieder denken, es ist doch kalt draußen. Nein, im Internet. Künstliche Weihnachtsbäume, dass war es. Im Warmen sitzen, zu wissen, dass andere draußen frieren und wir am PC Weihnachtsbäume verkaufen. Das könnte funktionieren und war ein amüsanter Gedanke.

 

Also machten wir uns auf die Suche nach einem Hersteller von Weihnachtsbäumen, den wir auch fanden. Da wir für die Weihnachtsbäume nicht in Vorkasse gehen wollten, das Risiko ist einfach zu groß, verhandelten wir mit dem Hersteller und es kam anschließend zu einem Drop Shipping Verfahren. Das bedeutet, wir bestellen beim Hersteller und dieser liefert aus, und schickt uns die Rechnung für die ein Zahlungsziel von 30 Tagen vereinbart wurde.

 

 

Wir recherchierten weiter, es war die Idee eines Onlineshops geboren.

 

 

Da unsere Mitarbeiter Kleidung von uns gestellt bekamen, waren wir bedacht, diese günstig einzukaufen. Hatten wir das bisher über einen Großhändler getan, suchten wir jetzt einen Hersteller. Auch hier waren wir erfolgreich.

 

 

Jetzt fehlte nur noch die Plattform zum Handeln. Da ich unsere Webseite auf der Jimdo Plattform betrieb und die Möglichkeit von einem „Jimdo Pro“ auf eine „Jimdo Business“ zu wechseln, gegeben war, tat ich dies. Die Kosten waren überschaubar und das Risiko gering.

 

 

Den Onlineshop wollten wir dann im folgen Oktober aktivieren. So hatten wir genügend Zeit den Shop zu gestalten, Produkte einzustellen und uns um die Rechtssicherheit zu kümmern, die bei einem solchen Vorhaben sehr wichtig ist.

 

 

Da wir uns mit dem Onlineshop vergrößerten und das Gala-Bau Geschäft immer besser lief, dachten wir daran, Personal einzustellen. Jemand für das Büro musste her und noch ein Gala-Bau Team. Wir benötigten also Geld. Aber egal bei welchen Banken wir vorsprachen, keine wollte einer Finanzierung zustimmen.

 

Da fiel uns das Startercenter NRW ein. Da hatten wir schon einmal, in einer anderen Stadt, vorgesprochen. Diesmal sprachen wir im Startercenter von NRW in Bottrop vor und es hatte sich in der vergangenen Zeit viel geändert.

 

Wir legten unsere Planung vor und erstellten in Zusammenarbeit mit dem Leiter des Startercenters und unserem Steuerberater, mittlerweile brauchten wir einen Steuerberater, einen Businessplan. Dieser Plan, also unser Vorhaben, wurde vom Startercenter Bottrop der NRW Bank empfohlen und wir bekamen unsere Finanzierung.

 

Lasst Euch gesagt sein, dies hört sich einfacher an, als es ist. Aber Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden.

 

Auch hier geht unser besonderer Dank an die Mitarbeiter vom Startercenter Bottrop.

 

So ließ das Frühjahr nicht mehr lange auf sich warten und die neue Gartenbau Saison fing an. Auch dieses Jahr merkten wir ein verstärktes Kundenaufkommen. Die Webseite zeigte ihre Wirkung, die Mundpropaganda machte ihre Runde. Wir konnten die Kosten für die Zeitungsanzeigen einsparen. Die von mir entworfenen Flyer aktualisierte ich laufend und wir gaben die Flyer nur noch bei Kunden ab, welche dann weitergereicht wurden.

 

Unsere Rechnung war aufgegangen.

 

Fortsetzung folgt …......



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